Dienstag, 23. Oktober 2012

Mein ganz persönlicher ...

... Unerschütterlich-Modus scheint nicht mehr zu funktioniert. 
Vielleicht ist er in die Jahre gekommen oder einfach von den vielen Erschütterungen des Lebens müde. Wie auch immer: Er springt gerade nicht an.

Ich war heute Morgen zur Mammografie. Da hatte mich netterweise mein Gynäkologe hingeschickt, weil er dachte, ich hätte sonst nichts zu tun. Naja, nicht ganz so, aber es gab keinen auffälligen Tastbefund, der eine Mammografie nötig gemacht hätte ... eben alles im Rahmen der Vorsorge. 

Eine Mammografie an sich ist ja nicht schlimm und nur wenig schmerzhaft, aber lustig und vergnüglich ist diese Quetsche- und Verbiegerei ganz gewiss nicht. 

Dieses Mal gab es sogar zwei Aufnahmen von jeder Brust ... macht auch Sinn, was man bei der ersten Runde von oben platt gedrückt hat, wird bei der zweiten seitlichen Aufnahme wieder in die Ursprungsform zurückgequetscht ... ich bekam links noch eine Bonusaufnahme dazu ... seitlich verdrehtnachobengeschraubt ... aber bitte ganz locker und entspannt.

Beim Tasten fanden sie dann links einen Gnubbel. Hübsch gnubbelig und schön frei beweglich. Auf dem anschließenden Ultraschall ließ er sich nur mühsam blicken ... wahrscheinlich war er zu schüchtern ... wurde dann aber doch erspäht und als gutartiger Tumor eingestuft. 
Ein Tumor ist alles was sich irgendwo befindet, wo es nicht hingehört. Selbst ein Zyste zum Beispiel ist ein Tumor ... obwohl man ihr ja schon einen anderen Namen gegeben hat. 
Die Bösen sind die Karzinome und werden auch nur so genannt. 
Toll, nicht? Wieder was gelernt. Hat sich der Vormittag doch gelohnt.

Mit diesem Gnubbelbefund hätte ich gut leben können, wäre nach Hause gegangen und hätte ihn ganz schnell vergessen ... wenn er sich denn wieder beruhigt hat, das ganze Gedrücke, Geschiebe, Gequetsche und drauf rumrubbeln, hat den Armen doch ganz schön in Aufregung versetzt ... er meckert und sagt mir deutlich: Ey! Alte, hier bin ich! ... ich kann ihn verstehen, wenn man mich ohne vernünftigen Grund weckt, habe ich auch schlechte Laune.

Nicht nur dadurch, sondern auch sonst hat man dafür gesorgt, dass ich den blöden Gnubbel nicht einfach vergessen kann. Die nette Frau Doktor hat mir sehr deutlich gemacht, dass man mich und meinen Gnubbel nicht in Ruhe lassen wird. 
Man wird mich alle halbe Jahr zur Mammografie bitten. Man wird so lange auf mich einreden und mir Angst machen, bis ich in eine Biopsie einwillige.

Ich habe einer Biopsie, die Anfang November stattfindet, zu gestimmt, weil ich dachte, dann hätte ich, weil er, der Gnubbel, ganz bestimmt ein braver und gutartiger Tumor ist, meine Ruhe.

Aber je länger ich über all das Gesagte nachdenke, um so klarer wird mir, dass dem nicht so ist.
Denn selbst wenn der Gnubbel tatsächlich gutartig ist, wovon ich ausgehe, heißt das nicht, dass sie mich in Ruhe lassen. Ich muss trotzdem alle halbe Jahr zur Mammografie und Ultraschall und anderen putzigen Untersuchungen. Das Gnubbelchen könnte ja wachsen, sich verändern, umziehen oder was weiß ich auch immer. Jedenfalls muss er beobachtet werden und eventuell vielleicht und unter Umständen so oder so entfernt werden ... stellt sich mir inzwischen die Frage: Warum dann erst biopsieren? Warum nicht gleich raus? Vielleicht gibt es dann Frieden.

Es ist eigentlich alles nicht wirklich schlimm, aber ich merke mein Unerschütterlich-Modus streikt heute und es bringt mich ganz schön durcheinandern und ich fühle mich gerade, auch wenn ich es gar nicht will, weil ja nichts ist, als arme bedauernswerte Socke ... 

... ich geh jetzt laufen. Das macht den Kopf frei und vielleicht mag der Gnubbel frische Luft.

Kommentare:

  1. Ich kenne das Gefühl, wenn da was sein kann, lieber gleich raus und so, viele verstehen diese Einstellung nicht.

    Meine Schwester zb hat so einen "Gnubbel" glaube an der Niere oder so? Der wird auch beobachtet und sie lebt gut damit, also muss es irgendwie gehen *grübl*

    Sieh es doch mal so, nun weißt du das er da ist und man kann ihn beobachten, schlimmer wäre es doch, wenn du nicht wüßtest das da was ist und es wächst und wird bösrtig und viel zu spät würdest du es mitbekommen.

    Liebe Grüße und ich drücke dir die Daumen,

    Nicole

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  2. trotz des ernsten themas musste ich grad lachen ueber "seitlich verdrehtnachobengeschraubt":) aber dass dir das alles nun im kopf herumgeht und nicht loslassen will verstehe ich. auch, wenn alles "nicht schlimm" ist, ist es anders, stoerend und im hintergrund immer in den gedanken. ich drueck die daumen, dass gnubbel und drumherum bald vergangenheit sind, so oder so.
    irische gruesse
    Bettina

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  3. diese ein quetschen und verdrehen mache ich auch jedes 2Jahr mit zur Vorsorge, so lange nichts gefunden wird ist es nur blöde aber so wie bei dir um es auszuschliesen was es ist, ist es ok!
    Dein inneres kann ich gut verstehen würde mir auch gehen so.. was ist wennn und soll das nicht gleich raus sein.. es ist nicht so einfach und es so hin zu nehmen dauernd unter Kontrolle zu stehen und immer wieder diese Angst ist was oder nicht. Ich erlebe das bei meiner Tochter ob Brust oder Unterleib und auch mit Niere.. ständig Untersuchung dass nichts ist.. tapfer gewöhnt man an alles auch du udn solange nichts bösartiges raus kommt sei froh..
    du musst erstmal damit klar kommen damit, das wünsche ich dir sehr!
    Lieben Gruss Elke

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  4. Ich drück dich einfach mal ganz doll - aber natürlich nicht auf den Gnubbel. Denk an dich♥
    Birgit

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  5. liebe Pia, ich drücke Dir alle Däumchen, das es gut ausgeht. Ich bin in der Beziehung wie meine Mutti: einfach ignorieren und alles wird gut. Sie ist das erste Mal mit über 80 Jahren im Krankenhaus gewesen, allerdings wegen Magen und Darmproblemen und ist damit dann auch fast 89 geworden. Vorher hat sie nach meiner Geburt jeden Arzt oder etc. gemieden - außer dem Zahnarzt und ich war ganz froh damit und halte es genauso. Einzig und allein spielt mir im Moment meine Bandscheibe einen STrich dadurch und ich denke mal, die nächsten Wochen bin ich beim Orthopäden. Aber das ist ja nicht so schlimm.
    Ganz liebe sonnige, herbstliche Grüße aus dem Bergischen von Christiane.

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  6. Uhhh, ein heikles Thema.

    Ich würde die Biopsie auf jeden Fall machen lassen, danach wird man sehen, was es genau ist. Bevor man großräumig schnippelt, finde ich die Vorgehensweise mit der Biopsie durchaus akzeptabel.

    Ich habe das in einem anderen Bereich selbst erlebt. Erst Biopsie und dann großräumig schnippeln. Aber vorher weiß man es halt einfach nicht. Und es wirft einen aus der Bahn, so oder so, auch wenn man sonst hart im Nehmen ist, aber es kommt auch wieder ins Lot, mit der nötigen Unterstützung aller Beteiligten. Zumindest habe ich es so wahrgenommen.

    Liebe Pia, ich drücke die Daumen, dass alles "gut verläuft" und wünsche alles Gute ~ liebgrüss Franzizicki

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  7. Pia ALLES Gute vom katerchen..mache dich nicht verrückt

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  8. ...oh wow....das ist sicherlich erst mal 'n Schock...wäre bei mir zumindest so...man macht sich ja doch 'nen Kopf...egal ob man will oder nicht. Liebe Pia hier kommt erst mal ein dicker Aufmunterungsknuddler..... ich würde auch unbedingt 'ne Biopsie machen schon allein für dich und deine Nerven...es gibt einem doch ein besseres Gefühl wenn man weiß man hat alles wahr genommen was zur Aufklärung wichtig ist. Und wegen der Mammo....reicht es bei dem Gnubbel nicht auch mit "nur" ner Brustultraschall Untersuchung?...die wissen ja doch das er da ist...und wenn er sich vergrößert kann man das ja evtl auch so sehen und es ist kein bisschen unangenehm..nix wird gequetscht, gezwirbelt und verdreht *augenroll*...frag doch mal nach beim Gyn.....ich weiß wie ätzend die Mammo ist..muss es auch sehr regelmäßig machen da in meiner Familie mehrere Brustkrebsfälle sind...und ich hasse es jedes mal wieder *grrrr*
    Pia, halt die Ohren steif...ich wünsch dir alles Liebe und das alles fix über die Bühne geht, damit du den Kopf wieder frei kriegst!
    Ganz liebe Grüße...Bettina

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  9. Liebe Pia,ich wünsche Dir sehr das alles gut wird und bleibt.
    Sonnige Grüße
    Petra

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  10. hmm, das sind diese Nachrichten, die einen ganz aus der Bahn bringen.
    Ich persönlich bin ja eher der Typ: na wenn es doch nicht gut ist - dann weg damit.
    Warum erst pieksen und wieder quetschen und drücken. Das mag der Gnubbel, wie wir gerade wissen, ja nun auch nicht sonderlich leiden.
    Und immer diese Ungewissheit in der Nähe vom nächsten Untersuchungstermin ... dabei hatte man den Gnubbel gerade wieder ein bisschen vergessen.
    Dann doch lieber direkt - schnipp schnapp.
    Ich drücke aus der Entfernung Frau Pia samt Gnubbel.

    Alles wird gut !

    LG Masch

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  11. Liebe Pia,

    DAS häte mich auch aus dem Unerschütterlichen geworfen - ich weiß gar nicht, was ich jetzt schreiben soll!
    Auch ich tendiere dazu - Biopsie und dann gleich weg mit dem Gnubbel, bevor der noch fies werden könnte!

    Ich wünsche Dir alles alles Gute - leider lassen die Ärzte nicht locker, wenn sie dich erst einmal am Gnubbel haben - die können richtig hartnäckig sein!

    Knuddlers
    Dörte

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  12. ich bin weiß Gott kein Doc-Verweigerer, aber VORLADEN würde ich mich NICHT lassen... wenn ich dann nicht pünktlich komm, komm ich eben nicht pünktlich, vllt sogar gar nicht oder erst, wenn ich Lust hab.... so bin ich... beim Doc .. und ich leb noch :)

    lG Lisabeth

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