Sonntag, 23. April 2017

Ich kündige

Jawoll! Ich kündige! Ich ziehe aus! Ich habe die Nase so voll von mir! Ich mag nicht mehr mit mir zusammenleben!

Ich bin nur noch nörgelig. Hab immer und an allem etwas rum zu meckern. Nichts kann man mir recht machen. Nee, ich mir auch nicht. Ich bin ständig schlecht gelaunt und mürrisch. Hab jeder Zeit nur ein unfreundliches Wort für jeden parat. Zum Freuen geht ich in den dunkelsten, tiefsten Keller und weil ich faul bin, gehe ich natürlich nicht nach dort unten. Bin ja nicht blöd. Nur depressiv. 


Wie ich diesen Zustand hasse! Wie gerne ich etwas dagegen tun würde, aber die jahrelange Erfahrung zeigt, dass es da nicht viel zu tun gibt. Einfach weiter machen, aushalten und warten bis es besser wird. Unterwegs nicht verzweifeln und hoffen, dass immer mal wieder der wache, nicht depressive Teil zum Vorschein kommt und ein wenig Balsam auf die geschundene Umwelt streicht. Die können nämlich alle ... der Gatte, das Kind, im Zweifelsfalle sogar meine Mutter ... nichts dafür, dass sie so sind, wie sie sind und mir momentan ganz furchtbar auf den Wecker gehen und ich das, was ich sonst für sie leiste, im Moment im Grunde nicht leisten kann ... es aber trotzdem irgendwie tue ..., weil ich genug mit mir selbst zu tun habe. 

Es ist zum Glück noch nicht ganz so schlimm wie sein könnte. Noch funktioniere ich. Ich habe in den letzten drei Tagen sogar auffallend gut geschlafen, was in markant depressiven Phasen ... die Depression gehört schon seit vielen Jahren zu meinem täglichen Begleiter, mit dem ich mich die meiste Zeit ganz gut arrangiert habe ... sonst nicht der Fall ist. Die schwer depressiven Phasen sind an sich schlaflos. Wozu sinnlos Zeit verschlafen, die man viel besser für negative, selbstzerfleischende Gedanken nutzen kann. 

Es ist, obwohl alle wissen, dass es so ist, immer noch schwer zuzugeben, dass mich die Depression mal wieder schwer am Bein gepackt hat. Die hilflosen Gesichter, die mich dann ankucken, sind furchtbar und machen es noch schlimmer. 
Die, an sich nette, Frage: Was kann ich dir Gutes tun, damit du dich freust und es dir besser geht?, finde ich furchtbar. Sie setzt mich unter Druck, macht mich hilflos, traurig, einsam. Ich habe darauf nämlich keine Antwort. Kann den anderen nicht helfen und ihnen eine Brücke zu mir bauen. Denn wenn ich es wüsste, hätte ich es schon getan und die Frage würde gar nicht auftauchen und ich diesen Blogeintrag nicht schreiben.  

Depression ist eine saublöde Krankheit. Depression macht in erster Linie einsam, weil es die wenigstens verstehen können. Weil ihr immer noch das Stigma, dass man was am Kopf hat, anhängt. Hat man einen verletzten Arm oder ein verletztes Bein oder etwas am Herzen, zu hohen Blutduck, Zucker oder irgendetwas anderes, dass gesellschaftsfähig ist, können die Menschen viel besser damit umgehen. 
Hat man ein kaputtes Bein, geht selbstverständlich jemand für einen einkaufen. Ist man depressiv und kommt gar niemand auf den Gedanken es für einen zu tun. Obwohl man manchmal die Hilfe genauso nötig hätte. 

Dienstag, 18. April 2017

Ich wollte euch ...


... schon am Sonntag zeigen wie üppig groß wie übersichtlich groß meine die Küche ist ...



... Blick in die Küche mit anschließendem Blick aus der Küche ...




... ja, praktisch mit dem Spiegel im Flur gegenüber der Küchentür. Kann man immer kontrollieren, ob man eine gute Figur beim Kochen macht. 

Die beiden Arbeitsflächen sind tatsächlich nur eine Pia-Beinlänge ...


... von einander entfernt. Ist total praktisch und gemütlich. Man soll schließlich hin und wieder die Beine hochlegen. Ich blicke dabei gerne aus dem Fenster. Am Sonntag bot sich dieser Blick ...


 ... wirklich hübsch. Kurz vorher muss irgendjemand von Himmel direkt ins Wolkenband gefallen sein. So fluffig wie die Wolken waren, hat er oder sie oder es sich bestimmt nicht verletzt. 

Gestern morgen bot sich dann dieser Anblick ... Ausblick ... 


... wenig hübsch, wenig spannend. 

Der aktuelle Ausblick ... 


... immerhin ein wenig Struktur im Ganzen. 

Er ist da!

Er ...




... der neue Herd.

Äääh, ja ... klar ... naja, zugegeben eigentlich nicht wirklich spannend, aber schon schön. Am meisten begeistern mich die Teleskopauszüge ... 




... vielleicht begeistern mich die Teleskoppauszüge auch nur so lange, bis ich feststellen musste, dass das ganz schöner Quatsch ist und ich mir beim Hantieren mit irgendwelchen heißen, schweren Brätern oder Brotbackformen immer noch ganz furchtbar die Finger, Hände, Unterarme verbrenne. Ich backe und brate einfach nicht mir schwerem Gerät. Dann kann die Begeisterung gar nicht abflauen. 
Ganz erstaunt war ich, dass der Ofen beim Einbrennen nicht so schlimm gestunken hat, wie vermutet. Da waren die Blauglanzformen von einer ganz anderen Qualität beim Einbrennen. Vielleicht liegt es aber auch am Wetter. Kälte lüftet eindeutig besser durch als Wärme ... hat aber so gut wie keinen Einfluss auf die Lautstärke beim Knallen der Türen wegen Durchzug ... 🙉.

Eingeweiht habe ich den Herd mit etwas ganz profanen ... 


... Kartoffeln für die Bratkartoffeln von heute Abend. Ich habe sehr an mich halten müssen, um nicht dauernd den Topf zu verrücken ... Frau Pingel (ich bin nicht zwanghaft, ich bin nur ordentlich) ist nämlich der Meinung, dass der Topf zu weit mittig steht und möchte immer ein bisschen nach links schubsen. Gehört aber so. So ist es "aufgezeichnet". Mal sehen, ob sich Frau Pingel daran gewöhnt. Auf jeden Fall war sie so aufgeregt, dass wir das Salz vergessen haben ... 🙈 ... aber wir haben es geschafft die Kartoffeln ohne Überkochen zu kochen ... ich kann später noch herausfinden, wie gut sich das Ceranfeld putzen lässt ... 

Montag, 17. April 2017

Echtes Osterscheißwetter ...



... aber dennoch habe ich eben den Osterhasen gesehen ... 


Er hat sich bei uns untergestellt ...


... und relativ stoisch das Gröbste abgewartet (ich auch ... draußen auf dem Balkon ... mit ohne Jacke und Schuhe bei unter 4° ... irgendwann musste er sich schließlich bewegen) 

Tat er dann auch ... 


... verließ die Deckung und machte sich auf den Weg ... 


... richtete noch einmal das Unterfell ... 


... und wart dann nicht mehr gesehen.

Er/es ist nicht ganz so groß wie das welches wir sonst gesehen haben, aber es könnten durchaus enge verwandschaftliche Bindungen bestehen. Die Zeichnung der Ohren und auch der gesamte Körperbau, der anders und deutlich größer als bei normalen Kaninchen ist, lässt vermuten, dass die etwas mit einander zu tun haben.  

Samstag, 15. April 2017

Ostersamstaggebrösel


  • es stürmt wie nichts Gutes ... wie gut, dass die Fichten, die unseren Balkon und das Dach direkt über unseren Köpfen bei Sturm bedroht haben, schon im letzten Jahr um und somit auf Dach und Balkon gefallen sind und die restlichen abgesägt wurden ... es würde mich ziemlich unruhig machen. So aber kann ich ganz gelassen aus dem Fenster schauen und mich an den sich biegenden, weit genug entfernten Bäumen erfreuen  
  • weil der Gatte im letzten Jahr, als er noch nicht der Gatte, sondern nur der Herzallerliebste war, so fleißig und somit prämienwürdig gearbeitet hat (Memo: Peitsche waschen und trocknen) bringt uns der Osterhase am Dienstag einen neuen Herd ... der Gatte war es leid mein Gequietsche und Gepöbel zu hören, wenn mir der Ofen morgens beim Brötchen backen kalte Luft unters T-Shirt bläst 
  • vom Markt habe ich mir ... haben wir uns einen Strauss Tulpen mitgebracht ...


... meine heißgeliebten gefüllten. Wirklich hübsch wie sie im Sonnenlicht Schatten werfen. Inzwischen ist die Sonne leider schon wieder verschwunden
  • Der Strauss hingegen, der auch sehr hübsch ist ...

... muss leider von draußen nach drinnen kucken. Mein Allergiezentrum reagiert höchst unangenehm auf Narzissen.
Den Strauss hat der Gatte von der Geschäftsleitung zur "heimlichen" Hochzeit bekommen. 
  • Mein Mandala musste ich gestern Abend irgendwann zur Seite legen und mich langweilen, weil es mit zunehmender Dunkelheit draußen auch in der Kneipe immer finsterer wurde. 

... eigentlich schade. Denn ich bin gerade an der Stelle, wo das Runde eckig wird.

  • jetzt schaffe ich mich in die Küche und kucke mal, was die gefüllten Weinblätter im Kochtopf auf dem Herd machen und befreie sie von den Zitronenscheiben ... 

Donnerstag, 13. April 2017

Ich weiß ja nicht, ...

... wie es bei euch so aussieht, aber ich habe Ostern!

Die Bahn hat mich dieses Mal pünktlich ohne jede Umschweife von B nach A gekarrt und mich auf dem gewünschten Bahnhof ausgesetzt.
Leider hat man vergessen die auf meinem Nachhauseweg liegenden Geschäfte rechtzeitig zu schließen, sodass ich gezwungen war, noch ein wenig Geld auszugeben und mir ein Paar Schuhe zu kaufen, weil ich mein Wechselpaar zu Hause, dem anderen Zuhause, "vergessen" habe.

Jetzt sitze ich hier an meinem absoluten Lieblingsplatz und schaue dem Draußen zu.


Mal stürmt es, ist grau und regnet. Dann kommt wieder für einen Moment die Sonne vorbei, lacht mir keck ins Gesicht und es himmelblaut. Nur um sich dann wieder ganz schnell davon und neuen dunklen Wolken Platz zu machen. 
Wenn es mir hier in meinem Zimmer zu langweilig ist, gehe ich in die Küche, setze mich dort auf der einen Seite auf die Arbeitsfläche und stütze gegenüber an der anderen Arbeitsfläche meine Füße ab und genieße meine zweit liebste Aussicht in dieser Wohnung ... freier Blick aufs Ahrensburger Rathaus. Nicht dass das besonders hübsch wäre, obwohl es unter Denkmalschutz steht ... ja, auch die Bausünden sind schützend wert, aber ich kann es sehen. (im Gegensatz zu meinem Schloss, das könnte ich auch sehen, wenn man das eine oder andere Haus aus dem Weg räumen würde ... muss gar nicht alles weg, nur alles was über das Erdgeschoss hinaus geht - der Gatte meint, ich würde mit diesem Anliegen nicht durchkommen) Aber vor allem kann ich die ganze Straße hinunterkucken und in der meinem Zimmer entgegen gesetzten Richtung in den Himmel schauen und das ist schön. Ich liebe es!
Da der Gatte vergessen hat die Garnelen dem Tiefkühler zu entreißen, habe ich dazu ganz viel Zeit, weil ich nicht kochen muss. Er bringt nachher, wenn er lange genug gearbeitet hat, etwas aus China mit. Das ist fein. An sich koche ich gerne, aber ... ja, eben aber ... manchmal ist es auch nett, es nicht tun zu müssen. Und weil Ostern ist, muss ich morgen schon wieder nicht kochen. Wir gehen mal wieder Skat spielen ... nein, das ist sachlich falsch, weil ich nicht Skat spiele. Ich gehe nur als Deko und zum Wein trinken mit und werde an meinem Mandala weiterhäkeln. So es denn die Lichtverhältnisse zu lassen. Manchmal ist es dort ganz schön duster.


Ich bin gerade schnell noch in die Küche geflitzt und habe die Küchenaussicht geknipst, damit ihr wisst, wovon ich rede.


Wir haben gerade auf beiden Seiten meiner Aussicht die "Graue Stunde" ... manchmal sieht das Wetter tatsächlich auf jeder Seite anders aus. Das da in der Mitte mit den "Fühlern" obendrauf ist das Rathaus und das ...


... sind meine Tulpen auf dem Balkon. Eindeutig viel hübscher als das Rathaus.

Obwohl es eigentlich keinen Grund gibt mit dem Geplapper aufzuhören, der Gatte vermeldete nämlich gerade, dass sie noch länger brauchen, werde ich mich jetzt aus dem Blog machen. Genug sinnfreies Zeug geplappert.

Montag, 10. April 2017

Hochzeitsnachlese

Ich habe mir überlegt, dass ich für alle Neugierigen Interessierten eine kurze lange langweilige Geschichte darüber schreibe, wie unsere Hochzeit so ungefähr war. Alle Nichtneugierigen Uninteressierten können darüber hinweglesen. 

Der Tag begann mittelfrüh und ganz entspannt. Wir hatten, bis auf die frischen Brötchen vom Bäcker, alles zusammen, was wir brauchten. Als Bonusmaterial sogar einen vernünftigen "Plan" wie wir das Bad unter uns Dreien aufteilten ... nicht dass das sonst Schwierigkeiten bereiten würde, wenn wir denn zu dritt mit einem Bad sind. 
Das erste Spannende, das an diesem Tag geschah, war der Umstand, dass mein Kind meinen Geburtstag vergessen hatte. Das war nun schon das zweite Mal in seinem Leben. Na gut, beim ersten Mal war der Fall noch anders gelagert. Da weigerte er sich schlicht anzuerkennen, dass ich Geburtstag hatte. Warum auch immer. Da war er vier, aber sehr bestimmt in seiner Ablehnung. Im Grunde kann das Kind aber nichts dafür. Das Gen hat er von mir. Ich habe den Gatten, damals war er weder der Gatte, noch nicht mal der Herzallerliebste - naja, vielleicht schon, nur war es zu diesem Zeitpunkt noch nicht in meine Bewusstsein vorgedrungen - zweimal an seinem Geburtstag angerufen, stundenlang (ja, das haben wir früher getan, das war noch richtig teuer, weil da noch nach Minuten abgerechnet wurde ... außerdem hatte das Telefon noch eine Strippe dran und meine war immer vertüddelt, weil ich für meine Kringel, die ich beim Telefonieren laufe, immer in dieselbe Richtung einschlage) mit ihm telefoniert, mich gewundert warum der Kerl so seltsam ist. Nachdem ich aufgelegt hatte, kam mir dann beide Mal die Erkenntnis, dass es vielleicht damit zusammenhängen könnte, dass er Geburtstag hat und ich dies mit keiner Silbe erwähnt habe. Ich habe ihn im Anschluss an diese mich jäh treffende Erkenntnis mit hochroten Kopfes (was er aber nicht sah) noch einmal angerufen und ihm gratuliert ... das Kind kann also nichts dafür. Es liegt an mir. 

Jaja ... ich mache ja schon ... wir gehen jetzt heiraten. 

Der Tag begann neben mittelfrüh und ganz entspannt auch mit dem allerschönsten Wetter, das man sich für solch einen Tag nur wünschen kann ... Sonne und strahlend blauer Himmel. Richtig kitschig bilderbuchmäßig. Einer Hochzeit im Schloss würdig. 

Normalerweise hätten wir ganz bequem zum Schloss laufen können, aber da wir im Anschluss an die Trauung gleich weiter zum Essen wollten, nahmen wir das Auto und mussten feststellen, dass der uns zustehende Parkplatz direkt vor dem Schloss noch besetzt war. Nicht schlimm. Nahmen wir einen von den Behindertenparkplätzen und gingen die fünfeinhalb Schritte zu Fuß. Wir waren natürlich wie immer viel zu früh, aber andererseits auch die letzten. Denn unsere ganzen Hochzeitsgäste (klingt schlimmer als es war - mit vier, das Kind hatten wir selbst dabei, war die Zahl sehr übersichtlich) waren schon da. Was ganz erstaunlich war, weil alle einen leichten Hang zum Kurz vor Knapp Kommen haben. Einander vorgestellt waren sie ob der Übersichtlichkeit auch ganz schnell und so hatten wir noch genügend Zeit über die beiden Brautpaare, die vor uns dran gewesen waren, zu lästern. Zusehen gab es bei denen nämlich genug. Von gebückt durchs Rosenspalier laufen, über gemeinsam mit der kleinstmöglichen Schere ein größtmögliches Herz aus einem alten Laken schneiden und er arme Bräutigam muss die Braut dann auf seinem Armen durch dieses Herz tragen und angeleitete überhaupt nicht gestellte Hochzeitsfoto mit Hilfe einer Fotografin und großzügig Sekt verplempern, war alles zu sehen. Was war ich froh, dass ich diesen Mist nicht über mich ergehen lassen musste. Kannte ich von meiner ersten Hochzeit ... Oh! Wie war das schrecklich! Nicht meins!!!, aber bei anderen zu schauen ist sehr vergnüglich. 
Irgendwann war dann unsere Hochzeitszeit dran und so strebten wir ins Innere des Schlosses. Wir mussten noch ein bisschen warten, weil die Trauung direkt vor uns noch nicht fertig war. Wir waren aber auch noch nicht fertig. Wir mussten erst einmal in den Keller des Schlosses und uns unserer unnützen Jacken und der restlichen lebensbegleitenden Dinge, die man zum Heiraten nicht unbedingt braucht, entledigen. Der eine oder die andere musste nochmal aufs Klo. Ich nicht. Ich nahm schon mal den Weg nach oben, aber nur um oben angekommen, gleich wieder umzukehren und wieder in den Keller hinabzusteigen und meinen Brautstrauß zu befreien, den ich in der Garderobe vergessen hatte ... irgendwas ist ja immer. 
Wir vertrieben uns noch ein bisschen die Zeit und kuckten hier da im Schloss herum. Die Besichtigung hatten wir quasi mitbezahlt ... ich musste leider feststellen, dass sie mein Schloss saumäßig geputzt hatten ... da fuhr ich doch ganz gelangweilt verträumt mit dem Finger einen Vorsprung in der Holzverkleidung entlang und musste danach feststellen, dass der ziemlich staubig war (ich glaube, ich muss Ostern mal nachkucken gehen, ob meine Spur noch da ist)
Hach ja und dann läutete doch tatsächlich das Glöckchen, was hieß, das losgeht und wir uns an den Aufstieg zur Bibliothek machen konnten. Oben empfing uns die Standesbeamtin, deren Deo um kurz nach halb zwölf schon deutlich am versagen war, was aber seltsamerweise nur mir aufgefallen ist, begrüßte uns und bat uns herein und Platz zu nehmen. Nachdem alle Hühner Beteiligten in einer Reihe platziert waren, es war ja jedem ein Platz in der ersten Reihe versprochen worden, zur besseren Orientierung - rechts von mir saß der da noch zukünftige Gatte und links von mir saß mein Kind, ging es auch schon los.

Die Standesbeamtin begann mit irgendeinem Gleichnis über die Ehe von irgendjemanden. Den Namen des Irgendjemanden habe ich auf der Stelle vergessen und weil ich mir dachte - das kann dauern und der Gatte in Spe recht angespannt war und ich tatsächlich ziemlich entspannt, griff ich beherzt nach rechts zu seiner linken Hand, hielt ihm von fortan sie und lauschte dem Gleichnis. 
An manch einer Stelle hätte ich gern laut gelacht, weil es eigentlich so gar nicht auf uns passte ... zu behaupten ab jetzt wäre immer ein Kompass zur Hand und wir würden uns nicht mehr verirren, weil nun immer einer den Weg finden würde. Muhaha ... aber woher soll sie wissen, dass wir uns selbst mit Kompass erst einmal in der Telefonzelle verlaufen. An der unserer zeitweiligen Orientierungslosigkeit wird die Ehe auch nichts ändern. Und wenn doch, will ich wieder geschieden werden. Verlaufen/verfahren ist immer sehr lustig. 
Da gab es noch so einiges, was mich erheiterte und ich war froh meine großen Schwester nicht anschauen zu müssen ... ich hätte sonst wahrscheinlich nicht mehr an mich halten können. 
Meine Erheiterung dauert aber nur so lange bis ich merkte, dass es links von mir, also mein Kind, gar heftig schniefte. Uh! Das Kind war ganz furchtbar angefasst, was das Mutterherz sofort schneller schlagen ließ. Also flugs den Brautstrauß aus der Hand und möglichst sturzsicher auf dem Schoss abgelegt und einen beherzter Griff nach links getan und die nächste Hand gehalten.
Die Standesbeamtin kam über Hölzchen und Stöckchen und Klötzchen zum Kern der Veranstaltung und bat uns für Jawort aufzustehen. Eine gute Gelegenheit für die Braut im Täschchen zu kramen, ein paar Taschentücher zu verteilen, sich selbst die Nase zu putzen und sich dann sortiert zum Jawort aufzustellen. Ich war mir nicht so sicher, ob ich an der Stelle etwas herausbekomme. Was auch immer. Als ich dann auch noch hörte mit welcher Inbrunst der Gatte Ja sagte (was ihm ein allgemeines leichtes Gelächter einbrachte ... jaja, das ist der Preis, wenn man die Liebe seines Lebens doch noch heiraten darf), räusperte ich mich innerlich fünf bis zwölf mal und rief den Gott der Stimme an und bat ihn, dass er mir jetzt nicht von der Seite weichen möge. Er erhörte mein Flehen und verließ mich nicht. Mein Ja war sicherlich nicht ganz so inbrünstig, aber ganz okay ... glaube ich zumindest. Jedenfalls wurde es anerkannt. Dann durften wir uns küssen und die Ringe tauschen. Der Gatte hatte ein paar Schwierigkeiten meinen Ring auf den Finger zu schrauben. Ich löste die allgemeinen Ungeduld mit der Bemerkung "Das falsche Gewinde" in allgemeine Heiterkeit auf. 

Die Standesbeamtin saß danach da, schaute mich an, grinste, schüttete den Kopf und sagte: "Ja, klar. Das falsche Gewinde." Ja, genau. Hätte sie selbst auch schon früher drauf kommen können. War schließlich nicht ihre erste Trauung und der Gatte bestimmt nicht der erste der den Ring nicht auf Anhieb auf den Finger der Tagesliebsten bekommt.
Danach gab es dann nur noch die Formalitäten. Sprich das Unterschreiben der Eheurkunde und die Standesbeamtin hat uns aufgeklärt, warum wir uns nicht ausweisen mussten. Darüber hatte ich mich von Anfang an gewundert. Es hätte schließlich jeder kommen können und sagen wir sind die und die und wollen jetzt heiraten. Die Standesbeamtin hat auf unsere Ausweise verzichtet, weil sie sich noch gut an uns erinnern konnte, als wir bei ihr den Eheantrag gestellt haben ... wir müssen schwer Eindruck bei ihr gemacht haben jenem Tag ... nach dem Gewinde würde sie mich wahrscheinlich, wenn sie in Ahrensburg wohnen würde, noch in einem halben Jahr grüßen, wenn wir uns auf dem Markt treffen würden.
Da war es im Grunde. Die Standesbeamtin hat noch ein paar schlechte Bilder von uns allen in der schlösslichen Bibliothek gemacht und wir danach vor dem Schloss. Aber alles ganz klein und wenig (weil alle Hunger hatten) und mit Selbstauslöser. 

Ich musste auch beim Verlassen des Schlosses ein zweites Mal in die Garderobe hinabsteigen, weil ich meinen Brautstrauß vergessen hatte ... irgendwas ist ja immer.

Für alle die bis hierher ausgehalten haben, gibt es zur Belohnung ... oder zur gänzlichen Abschreckung von diesem Blog ein Bild vom Paar ... glücklichen Paar!



Ich stelle fest:

Es war ein wirklich guter Entschluss meinen Nachnamen zu behalten, weiterhin so zu heißen wie mein Kind und nicht mit dem Gatten einen gemeinsamen Nachnamen zu tragen (wohin auch immer).
Das macht das Leben nach der Hochzeit ungleich einfach. Es interessiert nämlich keine Sau, dass wir geheiratet haben. 

Ist eigentlich logisch, weil hat sich ja nichts geändert, aber dass die das alle auch so sehen, bis auf das Finanzamt, aber das war auch total easy, weil wir mit der Eheschließung automatisch finanzamtlich verknüpft wurden und es reichte, dass wir in Bad Oldesloe in einem netten, leeren, zwar behindertenparkplatzlosen, obwohl es Pfeile zu eben diesen, die dann nicht da waren, gab, Finanzamt in wenigen Minuten unsere Steuerklassen anpasst haben und ich hier in Berlin nicht mehr dieses schreckliche Amt aufsuchen muss, finde ich ganz erstaunlich. (vielleicht sollte ich den letzten Satz noch einmal überarbeiten oder Schilder aufstellen, damit der Leser weiß, wo es lang geht) 

Sonntag, 9. April 2017

Die Ehe scheint mich ...

... sprachlos zu machen. Was eigentlich unsinnig ist, weil sich im Grunde nichts, bis auf die Steuerklasse, verändert hat.
Ich heiße noch genauso. Ich wohne immer noch hier hier und der Gatte da. Bin noch genauso groß und schwer und der Gatte ebenso. Mich hat der Alltag schon wieder eine Woche fest im Griff. Der Gatte erholt sich noch ... muss er auch. Braucht er auch. Schließlich falle ich am Donnerstag schon wieder über ihn her, versteck die Eier und halte ihn auf Trap.

So weit so gut ... und weil sich eine Menge angesammelt hat, brösel ich jetzt:

  • weil Sonntag ist gibt es ein Blümchenbild ...

... meine hängenden Tulpen. Gekauft am Dienstag. Ich liebe diese Dinger mit den kugelrunden, schweren, gefüllten Köpfen, die völlig wild aus der Vase heraus- und in der Gegend herumwachsen, sehr. Leider finde ich sie nicht so oft.

  • mittlerweile habe ich mein Virustuch fertiggestellt. Vor der Hochzeit habe ich es nicht mehr geschafft. 




Wobei da eigentlich nur noch die beiden Krokenzieher an den seitlichen Zipfel gefehlt haben.


Die Krokenzieher gehören nicht zur Standartausführung des Tuches. Ich habe sie erdacht, damit ich das Tuch besser hinter dem Rücken binden kann. Tests haben ergeben, dass die Idee ziemlich bis sehr gut ist. 
Außerdem macht es sich ganz besonders gut die Krokenzieher in den Milchschaum des morgendlichen Milchkaffeeeimers zu stecken, diese dann nach Entdecken der üblen Tat wild herauszuziehen und sich daran zu erfreuen, wie der Milchschaum von den Krokenzieher durch den Schwung des Herausziehens im Zimmer verteilt wird ... heute Morgen erprobt 🙈 

  • ich habe etwas Neues an der Häkelnadel ...


... angelehnt an Sophie's Universum versuche ich mir eine Jacke, einen Pulli, eine Tunika zu häkeln. Was es genau wird, wird sich auf dem Weg zeigen. Ich muss erst einmal sehen, wie groß das "Mandala" ist, wenn es eckig ist
  • Gestern hatte ich die scheiß großartige Idee mit dem Gatten in der Ferne synchron den obligatorischen Samstagsrisotto zu kochen ... es war sein erster selbstgekochter Risotto ... 


... zuerst stießen wir an ... meins ...


... seins ...


... er hat schon mal vorgearbeitet und den Reis parat gestellt. Ich hinkte zuerst ein wenig hinterher, weil ich via WhatsApp das Kochen erklären musste. Trotzdem hatte auch ich irgendwann die Küche verwüstet ...


... und meinen Risottoansatz auf dem Herd ...


... beim Gatten sah es so aus:


Obwohl ich später begonnen hatte, war mein Reis zu diesem Zeitpunkt schon deutlich weiter. Ja, ich kann nicht nur ohne Kosten lecker kochen, ich kann auch via Bild erkennen, wie weit der Reis ist 😇.

Am Ende sah mein Risotto so ...



... und der des Gatten so ...


... aus.
Ja, wir hatten ein wenig unterschiedliche Zutaten. Was sicherlich daran lag, dass der Gatte sich das Spargel schälen nicht zutraute (zu faul zum Spargel schälen war)


  • auch wenn Hände bekucken Ärger gibt, sei als Letztes bemerkt, dass ich schon lange nicht mehr so lange Fingernägel hatte ... 

... ja, ich hätte die Hände gestern Abend nach dem Abwaschen vor dem Foto durchaus eincremen können ... sollen, aber dann wird das smarte Phone so fettig und ja, ich könnte mal wieder lackieren oder besser die Nägel hören auf zu wachsen. Denn der Lack ist nach fünf Tagen an sich immer noch fein. Nur eben oben rausgewachsen. Die Nägel wachsen bei mir aber auch wie Unkraut ... sehr lästig, wenn man sich auch noch mit etwas anderem als seinen Nägeln beschäftigen will und sind so stabil, dass man durchaus in zwei Wohnungen mit ihnen die Tapeten von den Wänden und den Kitt aus den Fenstern puhlen kann. 

Donnerstag, 6. April 2017

Wenn ich jetzt ...

... schlafen gehen würde, könnte ich noch neunzehn Stunden schlafen. 

Verlockende Vorstellung! 

...bleischwer davon schlurf und weiter arbeiten...

Das Alter macht ...

... das Gesicht und den Körper weich, schwammig und konturlos. (stellte ich gerade mal wieder fest als ich das Im-Spiegel-am-Donnerstag-Bild für den Gatten machte) Es sei denn, man ist ganz mager, sodass sich die Konturen gar nicht davon machen können. 
Das ist aber auch nicht schön und außerdem schwer zu erreichen, wenn einem täglich immer weniger Grundumsatz dank steigenden Alters zur Verfügung gestellt wird. Es fehlen allein schon die ca. 300 Kalorien, die einem täglich wegen nicht mehr vorhandenen Eisprungs, abgezogen werden. Das ist quasi ein halbes 🐷 oder eine Viertel🐮 oder ganz viel 🍫. 
Wie soll man bei diesen Kürzungen nicht weich, schwammig und konturlos werden? 


Ich wars nicht - Dies schrieb Ihnen mein smartes Phone, weil ich nämlich gar keine Zeit habe, weil ich arbeiten muss ... 

Morgenbrösel

Zur Zeit fehlt mir Zeit ...  

... vor allem Zeit für mich.

"Kommst du bald mal?", fragt gerade die Arbeit.