Dienstag, 4. Juli 2017

Sylt II

Der zweite Tag auf Sylt startete mit der Erkenntnis, dass das Frühstücksbüfett unseres Hotel auch ein ganz schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis hat, aber immerhin wurde für jedes Spiegelei in den Garten gegangen und ein Stengelchen Krause Petersilie für die Deko des Eies im mit einem Töpfchen Petersilie aus dem Supermarkt bepflanzten Blumenkasten ... so würde ich es nennen im Kräutergarten abgeschnitten.

Nach dem Frühstück setzten wir unseren am Vortag gefassten Plan um, huschten über die Straße und mieteten uns zwei Fahrräder. 
Bei der Fahrradvermietung war es in der Tat sehr nett, weil wir nicht einfach zwei Räder in die Hände gedrückt bekamen, sondern sie uns aussuchen und Probe fahren konnten. So kamen wir für drei Tage an zwei Räder, die für Leihräder erstaunlich gut unter unsere Hintern passten. 

Wir hatten uns vorgenommen von Keitum nach List zu fahren. Zum einem um durch die Wanderdüne fahren zu können und zum anderen um uns den Hafen von List anzuschauen. 

Das erste, das ich unterwegs traf, war die Erkenntnis, dass hier die Kühe, dieselben Streifen tragen wie die Leuchttürme ... 


... nur umgekehrt.
Das ist der Leuchtturm von Kampen und das in der Bildmitte, der kleine schwarze Punkt, ist eines der unvermeidlichen Flugzeuge.
Ich hatte mir gewünscht, dass wir nicht durch Kampen fahren. Ich hatte keine Lust auf reiches und schönes Schaulaufen. Ganz ist es uns nicht gelungen, aber wir haben Kampen nur am Rande gestreift und sind sogar durch die teuerste Straße Deutschlands gefahren, ohne es zu merken.


Kurz nach dieser Straße, der super teuren Grundstücke und Häuser, hatten wir es auch schon geschafft und hatten den Radweg erreicht, der durch die Wanderdüne führt. 
Mir hat es dort sehr gut gefallen. Ich kam mir ein bisschen vor wie ganz woanders ... 





Wenn man es geschickt anstellt, kann man auf den Bildern den Eindruck erwecken, dass man ganz alleine dort unterwegs war. Das ist aber leider nicht so. Man reiht sich in ein Heer anderer Radfahrer ein und muss sich anpassen. Kann nicht sein eigenes Tempo fahren. Überholen ist auch nur schwer möglich, weil genauso viele Menschen aus der Gegenrichtung unterwegs sind. 

Wenn man an den ausgewiesenen Stellen vom Fahrrad steigt, dieses durch die Dünen schiebt ... schieben weil die gesamten Wanderdüne ein Naturschutzgebiet ist ... kommt man zum Strand. In diesem Fall ganz praktisch, dass es sich um einen FKK-Strand handelt. Das macht den Strand deutlich leerer. Aber da darum gebeten wird nicht zu fotografieren, habe ich nur Bilder gemacht als ich oben auf der Düne stand. 



Dort war es nett ... Wasser, Sand, relative Ruhe. 


Nach einem Besuch des wirklich netten Klohäuschen, das vor der Stranddüne stand, machten wir uns erleichtert auf den restlichen Weg durch die Wanderdüne Richtung List. 


In List fanden wir schnell den Hafen. Konnte man ... selbst wir nicht ... nicht nicht finden. Denn eins muss man Sylt lassen, es ist sehr überschaubar. 
Wie schon zu erwarten war, ist List kein idyllischer Hafen, sondern tatsächlich eine Eventmeile. Geschäft an Geschäft ... Gosch an Gosch ... 


... die Verzweiflung trieb uns ins Riesenrad. Das hatten wir für drei Runden wenigstens ganz für uns allein. 
Danach machten wir uns auf die Suche nach einen Fischbrötchen ... Krabbenbrötchen auf die Hand. Leider war die Suche vergeblich. Kein Krabbenbrötchen auf die Hand zu finden. Vielleicht hätten wir, wenn wir  zu Gosch reingegangen wären, etwas mit Krabben bekommen, aber to go, wie es neudeutsch so schön heißt, gab es nichts. 
So schlenderten wir noch etwas durch den Hafen, beobachteten wie eine Möwe ...


... einen Austernfischer anzeckerte, sodass dieser mich nur noch mit dem Allerwertesten ankucken mochte ... 



... machten uns auf den Rückweg, auf dem wir uns im nächsten Supermarkt mit frischem Wasser und Eis als Ersatz für entgangene Krabbenbrötchen versorgten. Quälten uns den Radweg durch die Wanderdüne zurück ... es war inzwischen ziemlich stürmisch geworden und natürlich kam der Wind von vorne und der Weg ist ziemlich hügelig, machten noch einmal Rast beim Klo ... dieses Mal dufte ich den weiten Weg allein auf mich nehmen, der Gatte passte oben auf die Räder auf ... zurück durch Kampen, wo wir die große Freude hatten einen goldenen Beatle, die Automarke meine ich, zu treffen.

Am Hotel angekommen hatten wir 42 Kilometer in den Beinen und Hintern und zu viel Sonne genascht. Die Zeit vor dem Abendessen verbrachten wir zur Muskelentspannung in der Badewanne. Zum Abendessen hatten wir uns mit der Pius Weinbar verabredet und auf dem Heimweg trafen wir wieder die Kaninchen und eine, die Laterne schmückende Taube ...


Obwohl die Insel nicht unsere war, war es ein schöner Tag. 

Kommentare:

  1. Das mit dem Leuchtturm und den Kühen ist klasse! :-)))
    Liebe Grüße Linda

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  2. keine Fischbrötchen auf die Hand, na das wär auch nix für mich. Wenn ich an der See oder auf einer Insel bin, ist das ein MUSS !! Sonst war der Tag ja doch ganz schön, oder ??

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  3. hätt eich nicht gedacht dass keine Krabbenbrötchen auf der Hand ihr bekamt. Erlebt habt ihr einiges und sogar Riesenrad gefahren und die Insel erkundet. Das mit dem Fahrradfahren in der Msse wäre für mich nichts das ist ja schrecklich... Nah aber ihr habt es euch trotz allem einen schönen Tag gemacht.
    Lieben Gruss Elke

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